INFRASCHALL UND GESUNDHEIT

 

Einleitung

 Wir Menschen hausen nicht mehr in Höhlen und Naturgewalten und Raubtiere bedrohen üblicherweise nicht mehr unser Leben. Doch unsere Instinkte haben immer noch eine große Macht über uns. An erster Stelle steht dabei der Überlebensinstinkt, der ständig entscheidet, ob wir Freund oder Feind gegenüberstehen, ob wir die Beine in die Hand nehmen und davonlaufen müssen oder bleiben dürfen. Deshalb wollen wir Schall hier von einer anderen Seite als aus dem physikalisch-technischen Blickwinkel betrachten und in seinen biologischen Bezug und seine Bedeutung für Mensch und Tier übersetzen.


Menschliche Wahrnehmung

Unser Nervensystem wird pausenlos mit einer riesigen Flut von Signalen bombardiert. Wir nehmen tatsächlich tausendfach mehr an Reizen auf, als uns bewusst wird. Würden alle diese Reize in unser Bewusstsein vordringen, wären wir völlig überfordert und würden vom Stress zusammenbrechen. Diese Reizflut muss auf mehreren Ebenen wie dem Unterbewusstsein gefiltert und auf wenige Wahrnehmungen reduziert werden. Nur Informationen, die für uns in diesem Moment eine Bedeutung haben, landen letztlich in unserem Wachbewusstsein. 


Rolle des Unterbewusstseins

Unterschwellige Informationen, die auf diese Weise nicht ins Wachbewusstsein vorgelassen werden, gehen jedoch nicht verloren. Unser Unterbewusstsein spricht dann zu uns in Form von Gefühlen, die an Wahrnehmungen gekoppelt werden (oft auch Körperwahrnehmungen). So ist es erwiesen, dass wir Infraschall zwar nicht bewusst wahrnehmen können, unser Nervensystem Infraschall gleichwohl durch das Ohr und den Körper aufnimmt. Wenn wir also gefragt werden, hören Sie jetzt Infraschall oder nicht, dann können wir das nicht beantworten, doch mitunter als z.B. ein diffuses Unwohlsein oder eine Beklemmung fühlen.  Dies sei hier betont, da das Bundesumweltamt stets behauptet, dass nur das krank machen könne, was auch bewusst wahrgenommen wird. Diese wissenschaftlich völlig unhaltbare Behauptung ist immer noch Grundlage für die gesetzlichen Regelungen zum Lärmschutz. 

Wenn wir also wirklich erforschen wollen, welche Umwelteinflüsse uns krank machen, dann ist die Frage, was in unser waches Bewusstsein vordringt eher nachrangig und kann erst recht nicht das einzige Kriterium für gesetzliche Regelungen zum Schutz unserer Gesundheit sein.

So hat der Erwachsene in seinem Wachbewusstsein zwar gelernt, dass der vorbeirumpelnde LKW keine Bedrohung für ihn darstellt, gleichwohl entscheidet unser Unterbewusstsein ständig mit, wie ein Geräusch einzuordnen ist und ob „Alarm“ ausgelöst wird. Und in vielen Momenten entscheidet das Unterbewusstsein dies sogar ganz alleine:

  • Bei völlig unbekannten, unerwarteten und nicht zuzuordnenden Wahrnehmungen. 
  • Unterschwelligen Wahrnehmungen, die ins Unterbewusstsein, aber nicht bis ins Bewusstsein vordringen. 
  • Wahrnehmungen, die wir ausblenden, weil wir uns auf etwas anderes intensiv konzentrieren. 
  • Reize, die im Schlaf auf den Menschen einwirken.

 

Schall und Infraschall

Oder: Was hat Jurassic Park mit Windrädern zu tun?

Zu den auf den Menschen einwirkenden Reizen gehören auch Schall und Infraschall. Diese haben drei grundlegende Eigenschaften. Genauso wie ein Stück Kuchen eine bestimmte Farbe, Konsistenz und Geschmack hat, so hat Schall drei solcher grundlegenden Qualitäten. Diese sind: laut oder leise, hoch oder tief und bedeutungsvoll oder unwichtig. Sie entscheiden, ob wir den Schall als angenehm, störend oder gar krankmachend erleben. 

 

Die Botschaften der drei Schall-Qualitäten

Laut und leise: 

Für Mensch und Tier bedeuten laute Geräusche in der Regel, dass die Schalluelle nah ist. Dabei spielt die zeitliche Veränderung der Lautstärke ebenfalls eine Rolle, denn ein zunehmend lauter werdendes Geräusch wird als eine Annäherung interpretiert. 

(Technisch misst man die Lautstärke in Dezibel, ein Maß, dass allerdings nur sehr bedingt die subjektive Erfahrung von laut und leise wiederspiegelt. Gleichwohl begrenzt das Immissionsschutzgesetz nur die erlaubten Lautstärken und berücksichtigt dabei nicht die weiteren Eigenschaften eines Geräusches. Das ist so, als käme es bei einer Ernährungsberatung nur darauf an, wieviel Gramm man an Nahrung zu sich genommen, aber nicht was man da gegessen und getrunken hat.)

Hohe und tiefe Töne: 

Ein tiefer Ton zeigt uns in ähnlicher Weise ein großes Objekt/Schallquelle als Ursache an und große Objekte/Schallquellen sind eher in der Lage uns physisch zu schädigen oder das Leben zu nehmen. Unser Unterbewusstsein, das vor allem in bedrohliche und unwichtige Schallquellen unterscheidet, schlägt also besonders dann Alarm, wenn ein Geräusch aus überwiegend tiefen Tönen besteht und lauter wird. Etwas Großes, was sich bewegt, ist potentiell (lebens-) bedrohlich. Das ist der Moment im Film Jurassic Park, bei dem die Schritte des T-Rex lauter werden und der Boden bebt. Tatsächlich setzt man in Kinofilmen in solchen Momenten Tieffrequenzen und Infraschall ein, um bei den Kinobesuchern maximale Angst zu erzeugen. 

Und gerade Infraschall kann sich zum Beispiel von Wärmepumpen oder Windrädern auch als Vibrationen über den Erdboden über viele Kilometer ausbreiten (Körperschall) und in Wohngebäuden über das Fundament, Wände und Decken auf uns einwirken und auch in Luft-Infraschall verwandeln. So werden häufig in Wohnräumen höhere Infraschallbelastungen gemessen als im Freien. 

(Technisch misst man die Tonhöhe in Schwingungen pro Sekunde, in Herz. In der TA-Lärm wird Infraschall nicht berücksichtigt und tiefe Töne werden in ihrer Störwirkung auch nicht stärker gewertet.)


Bedeutungsvolle und unwichtige Geräusche: 

Je klarer sich ein Geräusch von zufälligen und deshalb eher unwichtigen Hintergrund-Geräuschen abhebt, umso bestimmter weist es auf eine nicht zufällige Quelle hin. Das Unterbewusstsein meldet uns dann: Da ist etwas! 

Man kann dabei das Unterbewusstsein mit einem Radioteleskop vergleichen, das in den nächtlichen Himmel hinaus horcht, um nach auffälligen Signalen zu suchen und ggf. Alarm zu schlagen. Da gibt es ständig kleine Häufungen und Veränderungen in den Signalen, die aber nur kurz und ohne Regelmäßigkeit auftreten und bedeutungslos sind. Und dann tritt da dieses deutliche Signal auf. Die höchste Auffälligkeit hat ein klares:  Ein- Aus- Ein- Aus… des Signals gegenüber den Hintergrundgeräuschen. (Man denke an den stampfenden Dino oder das stupide Wusch-Wusch von sich drehenden Windradflügeln). In einem ruhigen Umfeld wie ländlichen Gegenden stören deswegen Geräusche deutlich mehr, als gleich laute in einer lauten Umgebung. Das trifft auch auf den Infraschall zu. 

(Technisch bezeichnet man diese Qualität mit der Signal-Signifikanz, die hoch oder niedrig sein kann (high-signal-significance = hss oder low-signal-significance = lss. Instrumente, die von staatlich beauftragten Instituten benutzt werden um festzustellen, ob Lärm-Grenzwerte eingehalten werden, messen nur die durchschnittlichen Lautstärken und unterdrücken durch das Messverfahren sogar die Erfassung des Charakters des Geräusches. Infraschall wird dabei in der Regel ohnehin nicht erfasst, da dieser Bereich gesetzlich nicht geregelt ist. Und wenn er doch untersucht wird, dann nicht in der (zeitlichen) Auflösung, um den Charakter des Infraschallgeräusches festzustellen, wie es moderne Geräte können.  Weiterführende Infos bei GUSZ )


Von Schallexposition bis hin zur schweren Schallerkrankung mit Sensibilisierung

 

Schallbetroffene 

(von Infraschall, tieffrequentem Schall und Körperschall)

Betrachten wir die drei oben genannten Eigenschaften des Schalls zusammenfassend in seinem biologischen Bezug zum Menschen, dann erwarten wir, dass Schall mit tiefen Tönen, tieffrequenter Körperschall und Infraschall, insbesondere mit einem Pulscharakter unser Unterbewusstsein in einen Alarmzustand versetzt, einen Stresszustand bei Mensch und Tier. In diesen Prozess kann das Wachbewusstsein kaum eingreifen, da es die Ursache nicht bewusst wahrnimmt und somit auch keine Gewöhnung eintreten kann. 

Genau das beschreiben Menschen, die Infraschall durch technische Anlagen wie große Wärmepumpen oder Windrädern ausgesetzt sind.

Und genau das zeigt auch eine im April 2017 veröffentlichte wissenschaftliche Arbeit an der Berliner Charite  „Altered cortical and subcortical connectivity due to infrasound adminstered near the hering threshold – Evidence from fMRI“

Bei dieser Studie wurden Probanden Infraschall ausgesetzt und gleichzeitig mittels eines Funktions-MRT Reaktionen darauf im Gehirn untersucht. Diese Untersuchung erfolgte in einem Doppel-Blind-Verfahren, d.h. die Untersuchten wussten nicht, ob sie gerade Infraschall ausgesetzt waren oder nicht. Nur unter Infraschall-Exposition gerade im unterschwelligen Bereich zeigten sich Reaktionen in Hirnarealen, die für Angst, Panik und Depressionen zuständig sind. 

In diesem Stadium der Schallwirkungen verschwinden noch alle Symptome, sobald dieser Schall abgestellt wird oder wenn man sich aus dessen Wirkbereich entzieht.

 

Schallerkrankte 

(von Infraschall, tieffrequentem Schall und Körperschall)

Ein Infraschallbetroffener leidet vor allem an Schlafstörungen und seinen Folgen. Das wird in einer zusammenfassenden Analyse mehrerer wissenschaftlicher Studien, der: „Kommentierung verschiedener Studien und Berichte über Infraschall“ ,sehr nachvollziehbar beschrieben und belegt. Diese Schlafstörungen lösen aber recht diffuse Beschwerden aus, die genauso gut von anderen Problemen herrühren könnten. Und weil der Betroffene die Ursache nicht bewusst wahrnimmt, ist es recht unwahrscheinlich, dass er die Wärmepumpe abstellt oder von den Windrädern wegzieht. Er wird also recht wahrscheinlich dieser Art von Schall immer wieder über längere Zeiträume ausgesetzt sein. Damit chronifiziert sich die Erkrankung. Am Tage ist er unausgeschlafen, gereizt, unsicher, hat möglicherweise Angstzustände und wird depressiv. Der erhöhte Blutdruck belastet Herz und Gefäße, die Stresshormone bewirken eine Stoffwechselveränderung und Diabetes wird begünstigt. In dieser Phase konsultiert er Ärzte, die ihm aber letztlich keine befriedigende Erklärung für seine Beschwerden anbieten können und deshalb dazu tendieren, die Beschwerden als psychogen zu interpretieren und mit Blutdruckmitteln und anderen Pillen zu behandeln. 

In diesem Stadium ist die Erkrankung nur dann noch reversibel, wenn der Betroffene sich lange Zeit aus dem Bereich der Schallbelastung entfernt und meist auch andere der Schallerkrankung synergistische Ursachen abstellt, d.h. eine grundlegende Lebensumstellung vollzieht. 


Schallerkrankte mit Sensibilisierung 

(von Infraschall, tieffrequentem Schall und Körperschall)

Die stärkste Form der Schallerkrankung geht mit einem höchsten Leidensdruck einher. Für diese Menschen gibt es kaum einen Tag, an dem sie nicht von ihrem Leiden belastet sind. Die Schallbelastung wurde von ihnen als intensiv lebensbedrohend in einer Phase des weitgehend ausgeschalteten Wachbewusstseins (siehe oben) durchlebt und diese Panik an eine Körperwahrnehmung im Wachbewusstsein gekoppelt. Ihre Symptome entwickeln eine Art von Eigenleben, denn sie sind damit auch zunehmend von der anfänglichen Ursache und dem auslösenden Ereignis entkoppelt und können jederzeit als real stark belastender Zustand erlebt werden. In der Schwere und der Ausprägung des Leidensdruckes ist diese Erkrankungsstufe mit posttraumatischen Belastungsstörungen vergleichbar. Bei Soldaten tritt diese Erkrankung z.B. in der Regel nach Situationen auf, die völlig unerwartet kommen, lebensbedrohlich sind und mit physischer Gewalt wie durch Explosionen einhergehen. Auch hier sind tieffrequenter Schall, Infraschall und Körperschall beteiligt. Ähnlich wie Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung haben die Schallsensibilisierten Probleme, mit ihrem massivem Leidensdruck von Ärzten und der Gesellschaft ernst genommen zu werden.

 

 

Unterschiedliche Infraschallquellen und ihre Einteilung:

Es gibt eine Vielzahl von natürlichen Infraschallquellen wie Gewitter und nicht natürlichen Infraschallquellen wie Windkraftanlagen. In Bezug auf den gesundheitlichen Aspekt ist wie oben erwähnt allerdings eine andere Unterscheidung sinnvoll, als die in natürliche und unnatürliche Infraschallquellen. Insbesondere spielt dabei der Signalcharakter eine große Rolle.


Hohe und niedrige Signalsignifikanz

Das reife Gehirn eines Erwachsenen gerät vom Infraschall eines vorbeipolternden LKW (Geringe Signal-Signifikanz = lss, siehe oben) genauso wenig in Aufregung wie vom Infraschall bei einem Gewitter oder einer heftigen Meeresbrandung (= lss). Es ist der stete unbewusst wahrgenommene Infraschall mit hoher Signal-Signifikanz (= hss), der z.B. von sich drehenden Motoren mit großen rotierenden oder schwingenden Massen, Pumpen oder Windrädern ausgeht, der uns langfristig krank macht. 

Eine völlig natürliche Infraschallquelle mit einer krankmachenden hohen Signalsignifikanz (= hss) ist der alpenländische Föhn, bei dem sich die über die Alpen nach Norden gedrückten Luftmassen in tieffrequente Eigenschwingungen versetzen und das Voralpenland mit Infraschall überziehen. Unter Föhnbedingungen nimmt die Zahl der Verkehrsunfälle, Unfälle im Haushalt, Herzinfarkte, Suizide, Gereiztheit, Streit und Jähzorn-Delikte genauso zu, wie Migräne und andere psychische und somatischen Beschwerden.


Leidet schon ganz Deutschland unter „Windradföhn“?

Eine groß angelegte  Untersuchung der DAK von 2017 zeigt eine beängstigende Zunahme von Schlafstörungen in Deutschland: „80% der Erwerbstätigen in Deutschland schlafen schlecht“, heißt es dort. „Niemals zuvor gab es diese anhaltenden und gleichartigen Infraschallsignale, die ganze Regionen überziehen“ beschreibt wiederum eine finnische  Studie ebenfalls von 2017, die das Infraschallsignal von Windindustrieanlagen selbst in 50 km Entfernung noch nachgewiesen hat. Eine Entfernung, in der bei uns schon längst der nächste Windpark steht, denn im dicht besiedelten Deutschland haben wir an Land inzwischen die höchste Dichte an Windrädern in der Welt. Bringt der Ausbau der Windenergie in Deutschland flächendeckend die Nebenwirkungen des Föhns mit sich? Hinweise darauf gibt es jedenfalls: Eine Studie aus den USA von Oktober 2017 weist eine Zunahme der Suizide in der Nähe von Windkraftwerken nach, wie sie auch unter Föhnbedingungen auftreten.

 

Weitere Symptome unter Infraschallexposition geringer Intensitäten

Schwindel, Benommenheit, Übelkeit, Kopfdruck, Druck auf der Brust oder Herzunruhe und vor allem psychische Beschwerden wie diffuse Angst, Panikattacken, Beklemmungen, Depression und Konzentrationsstörungen werden festgestellt. Auch  Herzrhythmusstörungen treten durch Infraschallexposition schon bei niedrigen Intensitäten vermehrt auf. 

 

Auswirkungen mittlerer und hoher Infraschall-Intensitäten (Pegel)

Flugpersonal wird Infraschall in Intensitäten („Lautstärken“) ausgesetzt, die vergleichbar mit Entfernungen von unter 100m zu einem gut laufenden Windrad sind. Im Bereich der Flugmedizin wird dieses Problem schon seit Jahren ernst genommen:  Kompendium der Flugmedizin (von 2002) und unter  Punkt 4 vom Bericht des 71. Treffens zur Flugzeugmedizin in Houston. 

oder in höheren Intensitäten vom  Militär und der amerikanischen Polizei und  Geheimdiensten als Waffe eingesetzt wird. Dieser Schall kann ohne Umweg über das Nervensystem direkt Gewebe und Organe beeinträchtigen, da er innere Organe oder Teile von Organen und Gliedmaßen in Eigenschwingungen gegenüber dem Rest des Körpers versetzt. So wurde z.B. auch nachgewiesen, dass unter  Laborbedingungen Infraschall ausgesetzte Tierherzen erheblich geschwächt werden (Herzinsuffizienz). In sehr hohen Intensitäten können Organe zerreißen, so wie es zu einem Platzen der Lungen von Fledermäusen allein durch die Luftdruckschwankungen in der Nähe von rotierenden Windradflügeln kommt.

 

Ist der Zusammenhang von Infraschall und Erkrankungen der Anwohner wissenschaftlich bewiesen?

Im Bereich der Medizin gibt es unterschiedliche sog. Evidenzgrade. Ja, nach unserer Einschätzung ist unter Bezug auf die folgenden weiter oben schon erwähnten Untersuchungen der nachgefragte Zusammenhang als mit hoher medizinischer Evidenz als bewiesen anzusehen:  „Altered corticl and subcortical connectivity due to infrasound adminstered near the hering threshold – Evidence from fMRI“ und die in der „Kommentierung verschiedener Studien und Berichte über Infraschall“  angeführten Studien. Da sich aber noch viel zu wenig Ärzte und Spezialisten mit dem Thema befassen, hat diese Erkenntnis noch nicht ausreichenden Eingang in das breit anerkannte medizinische Allgemeinwissen gefunden. 

Unseres Ermessens hätte spätestens seit der Veröffentlichung der Charite Studie die Regierung entsprechend des Vorsorgeprinzips den Ausbau von Windenergieanlagen und anderen Infraschall-Emittenden stoppen und grundlegend neu regeln müssen.

 

Fazit:

  1. Die deutsche Bevölkerung wird aktuell vor Krankheit auslösendem Infraschall durch gesetzliche Regelungen nicht geschützt. Eine grundlegende Überarbeitung der TA-Lärm scheint dahingehend dringend geboten.
  2. Für Infraschall gibt es keine sinnvollen baulichen Schutzmaßnahmen. Er verbreitet sich u.a. als sog. Körperschall auch über den Boden und Gesteinsschichten teilweise über große Entfernungen, und kann ganz anders als hörbarer Lärm, kaum realitätsnah berechnet und vorausgesagt werden. Wesentlich könnten nur größere Abstände schützen.
  3. Da Berechnungen der Infraschallbelastung keinesfalls hinreichend zuverlässig sind, erscheint es rechtlich nicht haltbar zu sein, dass in einem Verdachtsfall der Betroffene die Beweislast hat. Der Betreiber der Anlagen sollte dagegen im Streitfalle die Nachweispflicht haben die gesundheitliche Unbedenklichkeit für den Betrieb seiner Anlage nachzuweisen und ggf. haften.
  4. Die Abstände von Windindustrieanlagen zur Wohnbebauung sind aktuell nicht ausreichend, um die Anwohner sicher zu schützen. Nach dem Vorsorgeprinzip ist unseres Ermessens der Gesetzgeber gehalten, die geltenden Abstandsregeln sofort zu ändern. Die sog. 10xH Regel (Abstand=10 fache Höhe des Windrades) ist dabei (nur) eine Mindestforderung. Insbesondere werden aber die Betriebsgeräusche der sich in der Entwicklung befindlichen immer höheren und leistungsstärker werdenden Anlagen massiv in den Infraschallbereich verschoben. Für Anlagen über 3MW ist auch die 10H-Regel als nicht ausreichend zu verwerfen.